Was genau ist Antifragilität?
Antifragilität ist ein psychologischer Fachbegriff und bezeichnet die Fähigkeit einer Person, aus einer psychischen Belastung gestärkt herauszukommen. Das heißt die psychische Belastungsfähigkeit nach einer Belastung ist höher als zuvor. Der mentale Grundzustand der Person wächst durch Stress.
Wie unterscheidet sich Antifragilität von Resilienz?
Der Begriff Resilient kommt ursprünglich aus der Werkstoffkunde und beschreibt die Eigenschaft eines Gegenstandes, nach einer Belastung bzw. Verformung in seine ursprüngliche Form zurückzukehren, wie z.B. eine Feder oder ein Schwamm.
Übertragen auf die Psychologie und den Menschen meint der Begriff Resilienz also die Fähigkeit einer Person, nach psychischer Belastung wieder seine ursprüngliche mentale Verfassung zu erreichen.
Antifragilität ist die Fähigkeit, nach psychischer Belastung eine bessere mentale Verfassung zu erreichen.

Woher kommt der Begriff Antifragilität?
Den Begriff Antifragilität hat Nassim Nicholas Taleb mit seinem gleichnamigen Buch im Jahr 2012 geprägt. Er bezieht den Begriff im Wesentlichen auf Gesellschaften.
Ausgangspunkt der Begriffsprägung ist das Wort Fragilität, also Zerbrechlichkeit. In der Psychologie und damit bezogen auf den mentalen Zustand eines Menschen bedeutet Fragilität an Belastungen zu leiden und dadurch eine verminderte Widerstandsfähigkeit gegenüber weiteren Belastungen zu erfahren.
Die oft als Gegenteil davon beschriebene Resilienz ist logisch-semantisch tatsächlich nicht das Gegenteil. Vielmehr wäre eine erhöhte Widerstandsfähigkeit durch eine Belastung zu erfahren das logisch-semantische Gegenteil – weshalb der sperrige Begriff der Anti-Fragilität eingeführt wurde, weil es kein anderes Wort gibt, um diese Eigenschaft zu bezeichnen
Welches Stressmodell dient als Grundlage?
Das in der Psychologie verbreitete und validierte Stressmodell von Lazarus und Folkman (1984)

Wie lässt sich Antifragilität erreichen?
Durch Training!
Ähnlich wie menschliche Muskeln wachsen, wenn man sie z.B. durch Gewichtstraining Arbeit verrichten lässt, kann auch die mentale Belastungsfähigkeit des Gehirns trainiert werden. Das Antifragilitäts-Training (AFT) berücksichtigt grundlegende Erkenntnisse der modernen Neurowissenschaft und macht sich das Prinzip der Superkompensation aus der Sportwissenschaft zunutze.
Kernelemente sind aktive Arbeit mit individuell angemessenen „mentalen“ Gewichten und eine Regeneration vom Training – hier besser als Reflexion von geeigneten und funktionierenden Strategien sowie Ressourcen im Umgang mit psychischen Belastungen.
Daraus entsteht Wachstum der „mentalen Muskeln“, also der Fähigkeit, mit psychischen Belastungen und Stress umzugehen.
Das AFT folgt dem prinzipiellen Ablauf:
1) Analyse der individuellen Stressoren
2) Aktives Training mit angemessenen kleinen Stressoren
3) Reflexion über Strategien und Ressourcen
4) Regelmäßige Wiederholung der Schritte 2) und 3)